Eine Klasse rappt zum Thema Lebensmittel. Dabei integriert sie die verschiedenen Lebensmittel in unterschiedlichen Sprachen.

Mitarbeit Entwicklung: Nicole Portmann und Yuan Tian
Text:
Dominique Braun
 

Die Entwicklung dieser Umsetzung wurde vom Bundesamt für Kultur (EDI) unterstützt:

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Lehrplanbereich

Diese Umsetzung wurde im Regelklassenunterricht entwickelt. Deshalb beziehen sich die angegebenen Kompetenzen auf den Lehrplan 21. (1)
 

Fachliche Kompetenzen 

Die Umsetzung bewegt sich im Kompetenzbereich «Singen und Sprechen». An folgender Kompetenz kann eine Lehrperson mit ihrer Klasse arbeiten:
 

MU.1.B.1.1f: Die Schülerinnen und Schüler können ihre Stimme für unterschiedliche Ausdrucksformen und Stimmexperimente einsetzen (z.B. Beatbox, Vocal-Percussion).

Überfachliche Kompetenzen

In Bezug auf die überfachlichen Kompetenzen können Lehrpersonen zu den sozialen Kompetenzen im Bereich «Respektvoller Umgang: Vielfalt als Bereicherung erfahren» arbeiten.

Umsetzung

Vorbereitende Aktivitäten:

Dieser Rap eignet sich für eine Unterrichtseinheit zum Thema Lebensmittel. Die Lehrpersonen verwenden ihn als Einstieg ins Thema und singen ihn mit der Klasse immer wieder. Oder sie führen ihn erst nach einiger Zeit ein. In diesem Fall haben sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern verschiedene Lebensmittel bereits in mehreren Sprachen benannt (vgl. auch Hot Pot zu Lebensmitteln).

Hauptteil:

Die Lehrpersonen verpacken verschiedene Begriffe von Lebensmitteln in einen mehrsprachigen Rap, u.a. Eier, pomme und formaggio (Liedtext und Tonaufnahme siehe weiter unten). Sie singen und sprechen den Schülerinnen und Schülern den Rap mehrmals vor. Um die Begriffe in den verschiedenen Sprachen zu veranschaulichen, zeigen sie jeweils ein Bild, ein künstliches oder ein echtes Lebensmittel. Die Schülerinnen und Schüler sollen folgendes herausfinden:
 

  • Welche Sprachen sind zu hören?

  • Welche Begriffe in anderen Sprachen als Deutsch sind zu hören?

  • Um welche Lebensmittel handelt es sich?
     

Ziel ist, dass mit der Zeit alle gemeinsam den Rap sprechen. Bei schwieriger Betonung oder Aussprache hilft den Schülerinnen und Schülern, wenn sie die Laute und Mundbewegungen nachahmen können. Wenn der Rap nach einiger Zeit geläufig ist, erweitern die Lehrpersonen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die Sprachen, so dass am Schluss jede Sprache, die ein Kind spricht, ihren Platz hat. Zudem untermalen sie den Rap mit rhythmischem Klatschen.

Für HSK-Unterricht

Im HSK-Unterricht ist die Hauptsprache des Raps sinnvollerweise die jeweilige Unterrichtssprache. Die Lehrperson muss den Rap deshalb rhythmisch anpassen. Zudem können die Lehrpersonen auch im HSK-Unterricht viele verschiedene Sprachen integrieren, idealerweise insbesondere die Sprachen, welche die Schülerinnen und Schüler sprechen.

Varianten

Der Rap wird zu einem Klassenrap, wenn er die Lieblingsspeisen der Schülerinnen und Schüler enthält. Am besten liegen die Lieblingsspeisen in verschiedenen Sprachen vor. Lehrpersonen und Kinder ordnen sie nach Silben. Damit ist es einfacher, eine passende Stelle im Rap zu finden. Die Ordnung nach Silben ermöglicht zudem einen Sprachvergleich: Haben die Begriffe in allen Sprachen die gleiche Anzahl Silben? Inwiefern sind Muster erkennbar? Wo gibt es auffällige Unterschiede?
 

Ältere Schülerinnen und Schüler können in Gruppen einen eigenen mehrsprachigen Rap erfinden. Dabei nehmen sie die bestehende Rap-Melodie als Grundlage und verändern die Wörter und Sätze. Oder sie gehen von einem eigenen Text aus und erfinden dazu eine abgeänderte oder neue Rap-Melodie.

Auch geeignet für

Ein Rap eignet sich für jedes Thema, um verschiedene Sprachen zu einem bestimmten Themenwortschatz einzubeziehen, z.B. Kleidungsstücke, Tiere, Schulmaterial, Körperteile. Es ist auch möglich, mit Verben (z.B. Bewegungsverben) oder Adjektiven (z.B. Farben) zu arbeiten. Soll es stärker um einen spezifischen Fachwortschatz, z.B. zum Thema Luft gehen, verwenden Lehrpersonen idealerweise ganze Sätze in unterschiedlichen Sprachen, die beispielsweise in Form eines rhythmischen Sprechgesangs mehrsprachig gesprochen werden können.

Ein Beispiel für ein einsprachiges Ostinato finden Sie hier.
Ein Beispiel für ein mehrsprachiges Ostinato finden Sie hier.
 

Es ist etwas einfacher, einen Rap oder einen Sprechgesang selbst zu komponieren als ein Lied, weil «nur» der Rhythmus, nicht aber die Melodie passen muss.

Methodisch-didaktische Überlegungen


Alle Sprachen einbeziehen

Lehrpersonen achten darauf, dass sie alle Sprachen, die ein Kind der Klasse spricht, einbeziehen. Wichtig ist, dass insbesondere Sprachen, die gesellschaftlich als weniger wertvoll gelten, nicht übersehen werden. Das ist für Lehrpersonen anspruchsvoll. Unterstützung bieten HSK-Lehrpersonen, mehrsprachige Lehrpersonen im Team, Eltern oder Übersetzungstools.
 

Möglicherweise können auch die Schülerinnen und Schüler unterstützen. Allerdings müssen sie ihre Expertise freiwillig und von sich aus einbringen können, damit kein «Othering» entsteht (vgl. dazu Hintergrundinformationen – Was kann ich besonders beachten?). Zum Beispiel fragt eine Lehrperson allgemein, wie «formaggio» in anderen Sprachen als Italienisch genannt wird, anstatt ein Kind explizit nach einer spezifischen Übersetzung zu fragen. Es gibt auch Kinder, die ihre weiteren Sprachkompetenzen nicht einbringen möchten. Dies gilt es, zu respektieren.

Übersetzungen

Viele Kinder bringen sich spontan mit ihren verschiedenen Sprachkompetenzen im Unterricht ein. Manchmal fällt es Kindern aber auch schwer, im deutschsprachigen Kontext der Schule auf ihr weiteres Sprachwissen zurückzugreifen. Dies hat oft damit zu tun, dass es für sie ungewohnt ist, plötzlich eine Sprache zu verwenden, die sie nicht unbedingt mit der Schule verbinden. Es bedeutet nicht, dass ein Kind eine Sprache nicht beherrscht (vgl. dazu Hintergrundinformationen – Was kann ich besonders beachten?).

  1. (1) vgl. D-EDK, 2016

Materialien und Links

Verwendete Literatur

D-EDK (Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz). (2016). Lehrplan 21. Verfügbar unter https://www.lehrplan21.ch/ Zugriff am 7. Juli 2025.

Kontakt

Dominique Braun
Dozentin, PH Zug
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